15. Januar 2014

Action-Adventures 2014 - Die Killer-App ist irgendwo da draußen

Zugegeben: Die absolute Killer-App fehlt dieser Action-Adventure-Aufstellung für das Jahr 2014 bislang. Das liegt aber eher daran, dass viele der für dieses Jahr angekündigten Spiele kaum wirklich schon jemand gespielt hat und andererseits einige Dinge zweifellos noch hinter verschlossenen am köcheln sind, nur um sich dann im Frühjahr und Sommer in einer wahren Ankündigungs-Lawine über uns zu ergießen. Doch das, was bestätigterweise da ist, ist auch schon Grund genug, sich darauf zu freuen. Doch lest selbst.

Quantum Break

Remedy macht mal wieder was mit Zeit. Im Xbox One exklusiven Action-Adventure bekommen drei Menschen bei einem fehlgeschlagenen Experiment kräfte, mit denen sie die Zeit manipulieren können. Einer davon wird selbstverständlich böse. Viel gefährlicher sind aber die verheerenden Folgen des Experiments auf den Lauf der Dinge in der Welt. Hier und da bleibt urplötzlich die Zeit stehen oder läuft schneller. Bei der Lösung der Probleme soll dennoch vor allem geballert werden, was aufs erste Hören ein wenig wie eine vertane Chance anmutet. Wenn es aber so gut funktioniert, wie in den übrigen Remedy-Spielen, mache ich mir keine großen Sorgen. Überdies soll man die Handlung beeinflussen können, die zum Teil in Spiel-Zwischensequenzen abläuft, zum Teil aber auch in einer Art Real-Fernsehserie, die sich mit auf der Blu-ray befindet. In jedem Fall einer der interessantesten Exklusivtitel des Jahres. Jetzt fehlt nur noch ein fester Termin, damit die Veröffentlichung nicht wie bei Alan Wake unkontrollierbar nach hinten rutscht.

Tomb Raider: Definitive Edition

Tomb Raider ist wohl das beste Spiel, das mich in meiner fast dreißigjährigen Spielelaufbahn jemals enttäuscht hat. Hier sitzt alles auf den Punkt, wirkt teuer und sogar mit viel Liebe auf die Beine gestellt. Und doch war es nicht das, was ich mir von einem neuen Tomb Raider erhofft hatte. Zu viel Action, marginalisierte Erkundung. Mittlerweile habe ich aber trotzdem nicht übel Lust, Frau Croft in der Definitive Edition eine zweite Chance zu geben. Einfach wie sie noch einmal von vorne anzufangen, mit korrigierten Erwartungen. Da dürft es nur erleichtern, dass die Definitive Edition in der Erstauflage in einer Artbook-Verpackung, wie auch immer das aussehen mag, für Next Gen Konsolen erscheint. Die enthält allen DLC, digitale Versionen des Dark Horse Comics und des Brady Games Artbooks sowie einige Konzeptzeichnungen. Für den nächsten Teil darf es trotzdem wieder ein bisschen mehr Einsamkeit und Grabräuberei sein. Dann weiß man auch die verbesserte Kampfmechanik wieder zu schätzen.

Infamous: Second Son

Zweifellos das Spiel, das bei der Ankündigung der PS4 die höchsten Wellen schlug. inFamous 2 war die überaus patente Ausformulierung eines viel versprechenden Konzepts. Second Son schickt dazu nun eine Technik hinterher, die mit den Besten der Besten mithalten kann. Cole McGraths Elektro-Kräfte weichen Delsin Rowes deutlich einfallsreichere Fähigkeit, Rauch zu manipulieren. Im weiteren Verlauf eignet er sich auch weitere Super-Talente an, während der Spieler durch seine Entscheidungen den Handlungsverlauf entscheidend beeinflussen soll. Die ersten Trailer sehen nach Spaß aus, viel davon. Gut, dass es bis März nicht mehr all zu lange dauert.

3

Watch Dogs

Im ersten Augenblick ist die plötzliche Verschiebung eines heiß erwarteten Titels wie ein Schlag ins Gesicht. Gerade, wenn es um ein Spiel wie Watch Dogs geht, das für viele den ersten Ausblick auf die nächste, mittlerweile aber aktuelle Generation darstellte. Das sah zu gut aus, um wahr zu sein und war es fürs erste auch, weshalb wir eben noch ein wenig warten mussten. Jetzt soll es angeblich schon im März soweit sein und die Zeit verging doch irgendwie wie im Flug. Ubisoft wird wissen, warum sie das Spiel noch einmal eines genaueren Blickes unterzogen. Stehen die Sterne richtig, ist es jetzt so gut, dass es wie Assassin's Creed vor ihm das Gesicht einer neuen Generation entscheidend mitprägen kann. Wundern würde es mich nicht. Und mit ein bisschen Glück dürfen dann die Assassinen auch mal ab und an ein Jahr aussetzen und ein wenig Esprit tanken. Wunschdenken, ich weiß.

4

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

Wird eigentlich auch mal wieder Zeit. Das dachten sich wohl auch Konami und Hideo Kojima, weshalb schon im März der Prolog zu MGS 5, Ground Zeroes, ansteht, bevor The Phantom Pain später im Jahr folgt. Nicht jedem war auf Anhieb klar, was er von der Enthüllung des missionsbasierten Open-World-Ansatzes auf der E3 halten sollte. Was war so verkehrt an den abgeschlossenen, aber hoch detaillierten, interaktiven Spielumgebungen der Vorgänger im Rahmen einer linearen Geschichte? Und doch kann man sich nicht dagegen wehren, unbedingt sehen zu wollen, was ein veschroben-kreativer Geist wie Kojima mit dieser Prämisse anstellt. Eins ist sicher: Ganz entgegen des "Me-too"-Geschmäckles, das viele im letzten Sommer auf der Zunge hatten, wird MGS V in jedem Fall etwas Besonderes.

D4

Suehiro Hidetaka, besser bekannt als Swery65 und Schöpfer von Deadly Premonition, ergeht sich aktuell in dem Versuch, Microsofts Kinect auch in Core Games eine Existenzberechtigung zu verschaffen. D4 heißt das Ganze und steht für "Dark Dreams Don't Die". Ihr spielt einen Privatdetektiv, dessen Frau ermordet wurde. Auch hier geht es um Zeitreisen, wenn der Protagonist versucht, das Verbrechen ungeschehen zu machen. Der Comic-Stil steht in krassem Gegensatz zu den düsteren Motiven, weshalb wohl nicht nur ich hoffe, hier ein ähnlich zu gleichen Teilen freiwillig und unfreiwillig komisches Spiel zu bekommen, wie es schon mit Deadly Premonition der Fall war. Entweder das oder Kinect stellt seine Spieletauglichkeit einmal mehr selbst in Frage.

6

Castlevania: Lords of Shadow 2

Mit der strukturell fragwürdigen, aber inhaltlich durchaus eleganten Genesis ihres eigenen Dracula schuf Mercury Steam einen würdigen erzählerischen Unterbau für einen der ganz großen Klassiker japanischer Spielkultur. Mit Lords of Shadow 2 sagen sie der Reihe schon wieder ade und man kann davon ausgehen, dass dieser ausgereifter und noch verschwenderisch-schöner sein wird als Teil eins. Dieses Mal üben sie zudem hoffentlich Zurückhaltung an den richtigen Stellen. Eine auffallen hohe Zahl an Spielern kehrte dem Spiel zu Beginn der zweiten DVD den Rücken und kehrte nicht zurück. Wenn Mercury Steam Teil zwei ein wenig strafft und verdichtet, ist das Spiel am Ende deutlich besser bedient.

7

Bayonetta 2

Der Aufschrei der Fans, dass Bayonetta 2 ausschließlich auf der Wii U erscheinen würde, war so verständlich wie jeder andere Ausbruch enttäuschter Liebe. Mittlerweile sollte aber auch dem letzten Petitionsunterschreiber klar sein, dass dieses Spiel ohne Nintendo niemals entstanden wäre. Warum sollte "Big N" das Spiel jemals für etwaige Konvertierungen hergeben? Und wer kann es ihnen verdenken? Nein, Bayonetta 2 ist auf der Wii U ausgezeichnet aufgehoben. Und Herrschaftszeiten, gönnt dem kleinen Kasten mit dem Bildschirm-Controller doch auch mal etwas.

Thief

Eidos Montreal. Mehr braucht man Zweiflern am Thief-Reboot eigentlich nicht zu entgegnen. Oder doch? Immerhin handelt es sich um das Studio, in dem Deus Ex mit bestem erdenklichem Erfolg die Human Revolution anzettelte. Klar, es sitzt ein anderes Team an Garretts neuem Beutezug, eine derart die laaange Entwicklungsdauer und Last-Minute-Änderungen (die Streichung der QTEs fällt einem da ein) stimmen so manches Mal misstrauisch. Über aller Skepsis wird aber oft vergessen, dass selbst ein "nur" gutes Thief immer noch die Reise wert ist. Spiele ohne Kampf-Fokus und vor einem solchen Szenario sind selten genug. Wenn am Ende Garretts größtes Problem ist, dass Dishonored doch ein bisschen besser war, dann sind wir Spieler immer noch fein raus.

9

Alien: Isolation

Endlich will es mal einer richtig machen: Creative Assembly sperrt euch mit nur einem einzigen Alien in die engen Korridore einer Raumstation, um so den Vibe des ersten Alien-Streifens wiederzubeleben. Und so schade es auch sein mag, dass man es wieder auch mit Klonen und Soldaten zu tun bekommt, so neugierig stimmt dieses deutlich auf Horror ausgelegte Projekt doch. Das Spiel trägt immerhin die Isolation im Titel. Von dem, was man bislang gesehen hat, wissen vor allem das Design und die Animationen des Xenomorphen zu gefallen. Der heimliche Star ist aber das Set-Design, das mit verdächtigen Schemen und manipulativer Ausleuchtung einfach fabelhaft an das Original erinnert. Nehmen die Kampfelemente - wenn sie in der Form überhaupt vorhanden sind - nicht überhand, braucht man keinen Motion Scanner um zu diagnostizieren: Da kommt was Großes auf uns zu.

10

Murdered: Soul Suspect

Der Preis für den Protagonisten mit dem irischsten Namen aller Zeiten geht an Ronan O'Connor. Ob er unter seinem Hut auch rote Haare trägt, ist mir nicht bekannt, aber immerhin erinnert er an die traditionelle Kopftracht der Leprechauns. Cop Ronan hat jedenfalls den schlechtesten Tag seit einer ganzen Weile, als er von einer verdächtigen Gestalt getötet wird und sich fortan als Geist an die Aufklärung des Verbrechens macht. Kollege Björn monierte nach seiner Anspielsitzung im Sommer noch, dass einige Elemente oberflächlich und zu einfach erschienen, aber vielleicht war auch einfach nur das Timing schlecht. Düstere Geistergeschichten und Sommerwetter sind keine gute Kombination. Jedenfalls ist Airtight Games' Murdered: Soul Suspect auch so ein Titel, wie er nicht alle Tage herauskommt. Behaltet ihn auf jeden Fall im Auge.

11

The Last Guardian

Was das in dieser Liste hier zu suchen hat? Nun, sagen wir einfach, ich habe so ein Gefühl, dass in diesem Jahr etwas Entscheidendes zum Thema The Last Guardian passiert. Die Geschichte mit dem Greifen und dem kleinen Jungen ist definitiv weiterhin in Arbeit und es würde mich nicht wundern, wenn es gegen Frühjahr/Sommer als PlayStation-4-Titel erneut vorgestellt würde. Denkt dran, wo ihr es zuerst gelesen habt, wenngleich ich mich nicht dagegen wehren würde, hierfür noch einmal die PS3 aus dem Karton hervorzukramen.

Nahezu jeder, der seinerzeit, vor mittlerweile fast fünf Jahren, den Ankündigungstrailer sah, romantisiert diesen erhabenen Moment bis heute. Die Freude auf das Spiel ist so groß, dass sich trotz der zahllosen Verzögerungen Gift und Galle von Seiten der Fans in für Internet-Verhältnisse durchaus erträglichem Rahmen bewegen. Ein besonderes Spiel - schon jetzt, ohne überhaupt auf den Markt gekommen zu sein.

12

Und sonst so?

Uncharted 4 wird nicht in diesem Jahr erscheinen, weshalb ich mir die offensichtliche Anspielung auf den vierten Indiana Jones Teil für das nächste Jahr aufhebe. Dafür steht schon im Februar das Remake des ersten Fable vor der Tür, ein gleichzeitig unter- und überbewerteter Titel der vorletzten Generation, der in jedem Fall Aufmerksamkeit verdient. Ein neues Spider-Man-Spiel ist passend zum zweiten Film mit Andrew Garfield ebenfalls in der Mache, doch ob ich mich darauf freuen soll, da stehen die Chancen 50:50.

Ansonsten schweigen sich die Großen des Business für den Moment noch aus - wie das so ist, während der Umstellung auf die neue Generation. Macht euch darauf gefasst, in diesem Jahr viele recht kurzfristige Ankündigungen zu erleben. Wäre mal eine schöne Abwechslung.

Quelle: Eurogamer.de

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