15. November 2013

Sonys Tretton: 'Wir können kein Gran Turismo 6 nehmen und es auf ein Smartphone bringen'

Stellen PlayStation 4 und Xbox One vielleicht die letzte Konsolengeneration dar? Über solche Aussagen kann SCEA-Chef Jack Tretton nur noch müde lächeln.

„Es ist schon witzig. Seit 1986 höre ich immer wieder davon", so Tretton im Gespräch mit AllThingsD. „Und nur aus diesem Grund bin ich in dieses Geschäft eingestiegen. Ich konnte nun für die letzten 27 Jahre oder so auf dieser 'Letzte Konsole'-Welle reiten."

„Es gibt einen guten Grund dafür, warum es Konsolen gibt: Man kann vor einem großen Fernseher mit Freunden auf seiner Couch sitzen. Um dieses immersive und soziale Spielerlebnis im Wohnzimmer zu haben, versammeln wir uns nicht um ein Tablet herum. Und auch nicht um ein Smartphone."

„In den 80er Jahren bestand die Gefahr, dass der PC die Führung übernimmt. Es geht ihm sicherlich gut, aber die alleinige Herrschaft konnte er nicht für sich beanspruchen."

„Ich denke, das Gaming auf Smartphones und Tablets stellt mehr eine Art Ergänzung dar. Ich glaube, in den nächsten 27 Jahren wird es für die Spieleindustrie sehr viel besser laufen als in den letzten 27 Jahren. Es wurde der Weg geebnet und Spiele als Mainstream-Unterhaltung etabliert", so Tretton. „Generationen von Menschen werden nun damit aufwachsen. In 27 Jahren wird es schwierig sein, jemanden zu finden, der noch nie in irgendeiner Form ein Spieler war."

„Die Konsolen hatten mal eingeschränkte Genres, eine begrenzte Zielgruppe und waren nur für einen Zweck zu gebrauchen. Jetzt decken sie alle Multimedia-Bereiche, eine größere Zielgruppe, Casual und Core ab - und das mit Spielen, die von free-to-play bis 60 Dollar reichen. Wenn irgendwo gespielt wird, wollen wir, dass PlayStation dort ist. Wir werden unsere Spiele also auf Smartphones und Tablets bringen, auf konkurrierende Geräte, wir haben schließlich auch unsere eigenen Smartphones und Tablets. Wo immer der Spieler ist, wollen wir auch sein. Aber es gibt eben auch Einschränkungen."

„Wir können kein Gran Turismo 6 nehmen und es auf ein Smartphone oder Tablet bringen. Es wäre einfach ein lausiges Spielerlebnis, nicht das, was es sein sollte. Im Gegenzug kann man heute Angry Birds auf einer PlayStation 3 spielen und eine tolle Zeit haben. Ich bin nicht sicher, warum man das wollen würde, aber man könnte es", sagt Tretton.

Gleichermaßen gibt er an, dass er sicherlich schon einige tolle Videos auf YouTube gesehen habe, mit Oscar-Gewinnern und Hollywood-Filmen könnten diese aber nicht mithalten.

„Es ist wie mit dem Wein. Der erste Wein schmeckt gut und man will mehr davon. Man wechselt von weiß zu rot, von 10-Dollar-Flaschen zu 50-Dollar-Flaschen. Manche Leute hören bei 10 Dollar einfach auf, aber andere werden zu Weinliebhabern und - sofern es nicht Screaming Eagle ist - dann ist es nicht mehr gut genug für sie."

„Die Leute trinken keinen Screaming Eagle, weil er 800 Dollar kostet und sie 790 Dollar wegwerfen wollen. Für sie ist es einfach ein so viel besserer Wein als in dieser 10-Dollar-Flasche. Vielleicht ist das Smartphone-Gaming gut genug für jemanden. Aber andere wollen eben mehr, suchen nach besserer Steuerung, mehr Technik und einem immersiveren Spielerlebnis."

Quelle: Eurogamer.de

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