28. Oktober 2014

Ubisofts Hutchinson: Mit der Auflösung verkauft man keine Spiele

Ubisofts Alex Hutchinson, Creative Director von Far Cry 4, glaubt nicht, dass man Spiele alleine mit der Auflösung eines Spiels verkaufen kann.

„Es ist sicherlich nichts, was mich bei einem Spiel interessiert", so Hutchinson im Gespräch mit dem OXM. Bei Far Cry 4 peilt man unterdessen 1080p und 30 Frames pro Sekunde auf Xbox One und PS4 an, wie er bestätigte.

„Es wirkt merkwürdig auf mich, wenn die Leute kein Problem damit haben, ein Retro-Pixel-Spiel zu spielen und dennoch die Auflösung eine Rolle spielt. Es ist in etwa so: Macht es Spaß, ist es interessant, ist es neu, ist es frisch, sind das interessante Fragen?"

„Was die 4K-Fernseher und diese Sachen betrifft, sagte mir jemand, dass man ein entsprechend großes Wohnzimmer haben muss und etwa dreieinhalb Meter vom Bildschirm entfernt sitzen muss, um den Unterschied zu sehen. Ich kenne die exakten Zahlen nicht, aber das wird langsam etwas verrückt. Mir geht es einfach nur um das Spielerlebnis. Wenn es cool ist, spiele ich auch ein SNES-Spiel."

Ähnlich wie Cryteks Nicolas Schulz glaubt er, dass es schwieriger wird, die Spieler alleine durch die Grafik zu beeindrucken.

„So ist es", sagt Hutchinson, als er darauf angesprochen wird. Er hält es auch nicht für vorteilhaft, wenn sich die Industrie über technische Spielereien und Technologie verkauft: „Ich denke, das ist ein schlechtes Zeichen."

Eine neue Herangehensweise oder eine Evolution ist für ihn „sehr viel interessanter" als einfach nur zu sagen, „woo, wir haben hier das gleiche Spiel wie zuvor, aber in der doppelten Auflösung, anstatt irgendetwas Neues zu machen."

Hutchinson glaubt, dass viele Spieler „insgeheim" bereits keinen großen Wert mehr darauf legen: „Denk mal darüber nach, wie die Dinge früher waren. Früher hat man über die Bilder auf der Verpackung ein Spiel verkauft. Und schon seit der Xbox-360- und PS3-Ära habe ich das Gefühl, dass dies zu 99 Prozent nicht mehr der Fall ist."

„Heutzutage wird man selten nach der Auflösung oder ähnlichem gefragt. Es wird nur aufgrund der Unterschiede zum Thema, weil man glaubt, dass eine Version zurückgehalten wird. Ich glaube, das ist schon seit einer Weile kein Verkaufsargument mehr für Konsolen."

Er glaubt, dass das Spielerlebnis an erster Stelle kommt und dass dies auch die Herausforderung für die Entwickler ist: Die Entwicklung eines neuen coolen oder sozialen Spielerlebnisses. Er zieht Call of Duty und Cryteks Titel dazu als Beispiele heran. Technisch habe Crytek hier zwar stets die Nase vorn gehabt, aber Call of Duty verkaufte sich dennoch so viel öfter.

Oftmals geht es ihm zufolge bei Grafikvergleichen und ähnlichen Dingen einfach nur um eine Story: „Es ist die gleiche Herausforderung wie in jedem anderen Geschäft, bei dem fünf Prozent der Zielgruppe online kommentieren und die restlichen 95 Prozent einfach kaufen oder eben nicht. Wir haben diese merkwürdigen Echokammern für diese Probleme geschaffen. Und manchmal wundere ich mich darüber, glaube nicht, dass es real ist."

Far Cry 4 erscheint am 18. November 2014 für PlayStation 4, PlayStation 3, Xbox One, Xbox 360 und PC.

Quelle: Eurogamer.de

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