20. Februar 2014

BioWares Gaider: Gleichgeschlechtliche Beziehungen in Spielen sollten normal sein

BioWares David Gaider, Lead Writer von Dragon Age, hat sich in seinem Blog aktuell dem Thema gleichgeschlechtlicher Beziehungen in Spielen gewidmet, die seiner Meinung nach mittlerweile normal sein sollten.

Gaider zufolge gibt es aber leider immer noch Bereiche der Community, in denen eine Story, die sich mit solchen Themen beschäftigt, als „persönliche Beleidigung" aufgefasst wird.

„Es gibt Leute da draußen, für die das Vorhandensein solcher Inhalte das Spiel automatisch zu einem 'schwulen Spiel' macht. Dass es zwei bisexuelle männliche Begleiter in Dragon Age 2 gibt, von denen lediglich einer einem männlichen Spielercharakter gegenüber Avancen machte, ohne dass man zuerst mit ihm flirtete, bedeutet, dass 'jeder Mann in Thedas schwul ist und mich haben will'", schreibt er.

„Es sind die gleichen Leute, für die alleine schon die Existenz eines schwulen Charakters oder einer Story, die sich mit diesem Thema beschäftigt oder sie dazu zwingt, die Existenz von Homosexualität anzuerkennen, eine persönliche Beleidigung ist."

Er hofft jedenfalls, dass man eines Tages überhaupt nicht mehr über dieses Thema diskutieren muss.

„Es scheint, als würde alleine die Präsenz einer solchen Diskussion schon zu einigen Beschwerden darüber führen, dass dies alles ist, worüber gesprochen wird und wie es die Videospielindustrie dominiert... als ob es das könnte, auch nur annähernd passiert oder als ob das Problem bereits gelöst wäre und man stattdessen lieber über wichtigere Dinge sprechen sollte."

„Je öfter das gesagt wird, desto mehr stärkt es meinen Glauben daran, dass es derzeit richtig und nötig ist, darüber zu reden", so Gaider weiter. „Nur so kann man Einstellungen ändern. Ich will nicht so tun, als ob wir bereits in der Welt von Morgen leben, aber ich denke, wenn wir - als Industrie - diese Kritik anerkennen und danach streben, es besser zu machen, werden wir letztendlich unser Ziel erreichen."

Gaider selbst ist ebenfalls schwul uns schreibt in seinem Blog über eigene Erfahrungen: „Ich kam zu einer Zeit in diese Industrie, in der es einfach unmöglich schien, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Als die Romanzen in BG2 festgelegt wurden, dachte ich nicht einmal daran, gleichgeschlechtliche Beziehungen auch nur vorzuschlagen... warum sollte ich auch?"

„Es wurde einfach nicht gemacht. Das erste Mal war es mit Juhani in Knights of the Old Republic ein Thema und ich hatte damit nicht mal etwas zu tun. Tatsächlich war ich sogar überrascht von dieser Idee. Nicht nur, weil es überhaupt möglich war, sondern auch, weil meine Kollegen - von denen die überwiegende Mehrheit heterosexuell ist - damit nicht nur kein Problem hatten, vielmehr wollten sie es von sich aus."

„Ich bin nicht sicher, ob ich ausdrücken kann, wie ich mich dabei fühlte. Ich denke, ich habe immer angenommen, das sie es einfach nicht tun würden, obwohl sie alle offene und mitfühlende Leute sind. Ich dachte, die Zielgruppe 'da draußen' würde es einfach nicht akzeptieren und dass wir niemals etwas tun würden, was für Ärger sorgen könnte. Ich habe sie unterschätzt. Es war eine merkwürdige Lektion für mich."

„Es ist manchmal noch immer etwas seltsam. Ich betrachte mich selbst nicht als 'schwulen Entwickler'", schreibt er. „Ich bin ein Entwickler, der eben schwul ist und es gibt diesen Punkt, an dem mein Privatleben für meine Arbeit relevant wird... und es ist nicht einfach, wenn man herausfinden will, wo die eigene Verantwortung liegt."

„Ich äußere meine Meinung genau wie jeder andere, aber es ist schwierig, die richtige Balance zwischen den Dingen, die man für richtig erachtet, und der Tatsache zu finden, dass man 'dieser Typ' ist... derjenige, der zurückgewiesen wird, wann immer er ein Thema anspricht, weil es 'sein Ding' ist. Wann ist es zu wenig oder zu viel? Ich trage die Verantwortung für so viele andere Dinge, wann konzentriere ich mich also zu sehr auf diese eine Sache, wenn ich doch so viel mehr zu tun habe?"

„Ganz ehrlich gesagt zweifle ich manchmal auch ein wenig an mir. Wenn ich etwas vorschlage, das solche Themen behandelt oder mir einen Vorschlag von jemand anderem anschaue, fragt sich ein Teil von mir, ob ich nicht übermäßig parteiisch bin, ob ich mein Projekt nicht in eine Richtung steuere, bei der als 'das schwule Spiel' von der Zielgruppe betrachtet wird oder den Inhalt auf eine persönliche Art und Weise filtere, die er nicht verdient."

Aktuell werkelt er mit BioWare an Dragon Age: Inquisition, das Ende 2014 für PC, PlayStation 3, Xbox 360, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen soll.

Quelle: Eurogamer.de

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